Die Kultur des Cru
Brolio zählt zu den wenigen Weingütern im Chianti Classico, die sehr unterschiedliche Weine erzeugen können - aus Reben, die aus einem Gebiet stammen. Der Vorteil sind seine vielfältigen Facetten, die es uns erlauben, die verschiedenen Eigenschaften einer bestimmten Rebsorte und ihrer qualitativen Veranlagung in sehr unterschiedlicher Weise zu deklinieren.
(Francesco Ricasoli)
Mitte der neunziger Jahre begann Barone Ricasoli ein großes Projekt zu Erneuerung aller Weinberge in seinem Besitz im Gebiet des Chianti Classico, auf insgesamt 235,83 Hektar. Diese Weinberge waren alt (sie wurden zwischen Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre gepflanzt), von der Rebkrankheit Esca gepeinigt, mit geringer Pflanzdichte je Hektar und beinhalteten sämtliche Rebsorten, die zum Chianti Classico gehörten – jedoch in zufälliger Verteilung.

So bot sich eine hervorragende Gelegenheit zu Erneuerung, Verbesserung und auch zur Einführung internationaler Rebsorten wie Merlot und Cabernet. In Anbetracht der Tatsache, dass für die Erdarbeiten Pflüge und Sprengstoff verwendet wurden und dass der größere Teil des Geländes eine vorrangig aus Felsen bestehende Bodenstruktur aufwies, zeigte sich die Erschließung des Gebiets schnell als aufwendig und kostspielig. Bis heute wurden auf Brolio 204 von 235 Hektar neu bepflanzt, unter Verwendung genetisch selektionierten Materials, mit dem Ziel, langlebige Weinberge zu erhalten und qualitativ hochwertige Trauben zu erzeugen.

 

EIGENSCHAFTEN DER BÖDEN VON BROLIO
Alle Weinberge des Gutes liegen auf Hügeln auf einer Höhe von 180-490 m über dem Meeresspiegel und sind großenteils nach Süden und Südwesten ausgerichtet. Das Klima ist kontinental: Die regenreichsten Jahreszeiten sind der Frühling und der Herbst (ca. 800 mm/Jahr); der Winter ist mild mit seltenen Schneefällen und der Sommer ist heiß und trocken.

Die Weinberge wachsen auf fünf verschiedenen geologischen Formationen:


  • liegt über 380 m über dem Meeresspiegel (Mittel- und Oberoligozän und Untermiozän) und ist von tiefen Schichten von Sandstein unterschiedlicher Art und oberflächlichen Teilen mit Kalkmergel und schwärzlichem Schiefer gekennzeichnet.



  • charakterisiert durch variable Höhen zwischen 450 und 500 m über dem Meeresspiegel, mit sehr feinen Böden und bevorzugter Ausrichtung nach Westen, Nordwesten und Süden.



  • berühmt wegen der Alberese- und Galestro-Formationen. Er liegt 300-400 m über dem Meeresspiegel.



  • charakterisiert durch Schwemmböden, die reich an Kies und Sand sind und sich in den niedrigsten Lagen und am Arbia-Fluss befinden.



  • im südlichsten Teil des Weinguts gelegen, direkt am Fluss Arbia. Die Flussstufen in dieser Zone schließen an recht steile Abhänge (15-30%) an und liegen 240-330 m über dem Meeresspiegel. Die Flussstufe vom oberen Teil des Ceni-Weinbergs ist durch leichte Abhänge und alte Rückstände von Flüssen charakterisiert. Sie stammt vermutlich aus dem Mittel- oder Oberpleistozän (vor 500 000-125 000 Jahren). Ockerfarbene Böden mit offener feiner Textur (Lehm 40%, Tonerde 30%.)


Weinberge


Seit Jahrhunderten werden in Brolio zahlreiche Rebsorten erforscht und angebaut: Sowohl die Rebsorten, die heute als „nicht autochthon“ bezeichnet werden, wie Merlot, Chardonnay, Cabernet Sauvignon usw., als auch eine Vielfalt an Sangiovese-Klonen, die im Laufe der Zeit den Charakter unserer Weine geprägt haben.
Aufgrund dieses Reichtums an Rebsorten und dank den Betrachtungen in den Weinbergen führt Barone Ricasoli seit einigen Jahren ein Projekt zur Selektion von Rebsortenklonen durch, mit dem Ziel die interessantesten Sangiovese-Klone von Brolio aufzubewahren. Die jüngsten Weinberge wurden mit den selektierten Klonen bepflanzt.